Burn-Out: gibt es Hilfe durch die Arbeitsgerichte?

Immer mehr Arbeitnehmer/innen leiden und erkranken wegen der hohen Erwartungen, die die Arbeitgeber in sie setzen. Häufig ist dies ein schleichender Prozess, der sich meist über viele Jahre hinzieht. Hart trifft es besonders diejenigen, die sich gerade in der Arbeit selbst wiederfinden und daher entsprechend engagiert arbeiten – man denke nur an das prominente Beispiel des Fußballtrainers Ralf Rangnick! Diese Gesundheitsschäden, die allgemein meist auf ein erlittenes Burn-Out oder Erschöpfungssyndrom zurückgehen, werden zukünftig die Arbeitsgerichte mehr und mehr beschäftigen. Anfang der 2000er Jahre, waren es noch die Mobbingfälle. Echte befriedigende Antworten konnten die Arbeitsgerichte wegen fehlender bzw. nicht ausreichender gesetzlichen Regelung m. E. nach nicht geben. Die Welle dieser Klagen hat erheblich nachgelassen. Allerdings wirft die laufende Veränderung  der Arbeitswelt immer mehr Frage zum Arbeitnehmer-Datenschutz, die Flexibilisierung von Arbeitszeiten oder das zunehmende Verwischen der Grenze zwischen Arbeit und Freizeit auf. Man denke nur an die ständige Präsenz mancher Arbeitnehmer in Betrieben und oder auch im sogenannten Homeoffice und dann an die Entscheidungen zu den Überstunden diesen Jahres! Die zunehmende Zahl zurückkehrender Frauen nach der Elternzeit an ihre alte Arbeitsstelle – back on job - bereitet in so manchen Betrieben Schwierigkeiten. Die Berufsanforderungen werden manchmal beim Wiedereinstieg so erhöht, dass die Aufgabenfülle kaum bewältigt werden kann und eine Erkrankung quasi vorprogammiert ist.

Immer wieder muss ich auf ein sehr geringes bzw. lückenhaftes Insrumentarium an gesetzlichen Regelungen hinweisen, wenn ich Mandanten zu Ansprüchen wegen eines erlittenen Burn-Outs-Syndroms berate. Der Gesetzgeber ist gefordert, Antworten auf die veränderte Arbeitswelt zu geben. Er muss die notwendigen Schritte einleiten, damit die Arbeitsgerichte auch diesbezüglich die Möglichkeit haben, die heutige Arbeitswelt beurteilen zu können.

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5 Responses to Burn-Out: gibt es Hilfe durch die Arbeitsgerichte?

  1. web4health says:

    Danke für diesen Beitrag. Aus meiner Erfahrung heraus ist der Arbeitsplatz meist eh nicht zu retten und es kann allenfalls um Entschädigung gehen. Leider spielen aber eben auch eigene Persönlichkeitsanteile und der beständige Kampf nicht um Recht im juristischen Sinne sondern “Recht behalten” im psychiatrischen Sinne zu Endlosauseinandersetzungen, die noch weiter in den Burnout führen. Hier wären gute Mediatoren gefragt, die den verhärteten Konflikt aufweichen.

    • Kilian Ackermann says:

      Danke für Ihren Kommentar! Dass der Arbeitsplatz meist “dahin” ist, stimmt! Aber: es gibt auch Ausnahmen. Da lohnt es sich dann mit dem Arbeitgeber oder Vorgesetzen ins Gespräch zu kommen. Grundsätzlich sind immer Menschen gefragt, die Klarheit und Beruhigung in die extrem angespannte Situation bringen. Richtig, da kann es auch nicht um das ” Recht haben ” gehen. Nicht alle Mediatoren und / oder auch Rechtsanwälte und Personaler können das. Es ist wie immer: es kommt darauf an, an wen man gerät. Daneben kommt es auch darauf an, ob die Betroffenen bereit sind, sich rasch in eine medizinische ggf. psychologische Betreuung begeben. Denn die Betroffenen müssen in erster Linie wieder zu sich kommen und neue Kraft schöpfen, sonst wird auch eine weiterführende Hilfe durch einen Rechtsanwalt und/oder Mediator nicht zum Ziel führen. Es ist aktuell ein weites Feld und Patentlösungen gibt es wohl nicht. Aus meiner Sicht ist jeder Fall eigenständig zu lösen.

  2. Tom says:

    Interessanter Post. Würde gern mehr Artikel zu dem Thema lesen. Freu mich auf die naechsten Posts.

  3. Mantel Bench says:

    Ja, ich vermisse hier auch den like Button.

    • Kilian Ackermann says:

      Das ist nett, aber ich bin ja noch nicht bei FACEBOOK und soweit ich weiß, gibt es einen solchen Button in diesem Progranmm nicht.

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